Der Falter: Ein Wien-Krimi (Falco Brunner, Band 2)

„Der Falter“ von Michael Seitz ist ein fesselnder Wien-Krimi und Falco Brunners zweiter Fall, über häusliche Gewalt, Tod und Erlösung.

Privatdetektiv Falco Brunner ist gerade mit dem Auto zu seiner Ex-Frau Christina unterwegs um seine Kinder übers Wochenende abzuholen. Während einer unachtsamen Minute findet er sich plötzlich in einem tragischen Verkehrsunfall wieder, in dem er eine Frau auf offener Strasse überfahren haben soll.
Bei der Obduktion der Leichte, stellt sich jedoch heraus, dass das Unfallopfer beim Aufprall bereits tot war.
Allen Anschein nach, hat jemand die junge Frau ermordet und dann auf offener Strasse entsorgt.
Obwohl Brunner über den neusten Ermittlungsstand ziemlich erleichtert ist, fühlt er sich mitschuldig und ermittelt auf eigene Faust.
Auf den Spuren des Opfers, führen ihn seine Ermittlungen in ein Wiener Frauenhaus. Häusliche Gewalt und erschreckende Kindheitstraumata offenbaren sich dem Privatdetektiv. Das es sich um einen schmalen Grad, zwischen Opfer zum Täter, Macht und Ohnmacht handelt, begreift er erst, als seine Freundin und Sozialarbeiterin Paula bereits in grösster Gefahr schwebt. 

Der Falter ist bereits der zweite Band der Wiener Krimi-Reihe indem Falco Brunner ermittelt. Obwohl beide Bände für sich abgeschlossen sind, empfiehlt es sich zum besseren Verständnis, mit dem ersten Band einzusteigen. Denn auch wenn der Autor Michael Seitz, das Wichtigste aus dem ersten Band wiederholt und zusammengefasst hat, lernt man doch FalcoBrunners eher spezielle Art im ersten Band näher kennen und ggf. auch lieben. 
Ich persönlich empfand sogar, das Falco im zweiten Band mehr aus sich raus gekommen ist und dadurch mehr Gefühle und Emotionen gezeigt und preisgegeben hat. Auch die Nebencharaktere, Ermittler und bestehenden Charaktere, von denen reichlich vorhanden waren, kamen im Vergleich zum ersten Band gut zur Geltung, in die ich mich besser hineinversetzten konnte. Zwar hatte ich mit einem Zusammenspiel von Bruno und Falco gehofft, war jedoch mit der Sozialarbeiterin Paula auch ganz glücklich, die mir durch ihre freche und leicht aufmüpfige Art gut gefallen hat.

Der Schreibstil von Michael Seitz ist gewohnt angenehm, mitreisend und fesselnd zugleich, der mich durch eine Berg und Talfahrt, Emotionaler Gefühlsausbrüche und erschreckenden Erkenntinisse  genommen hat. Teilweise war ich über die kursivgeschriebenen Gefühle, Erlebnisse und Gedanken so erschüttert und entsetzt, die mich berührt und mir regelrecht unter die Haut gingen.
Kinder, häussliche Gewalt und Missbrausfälle, gefangen in der Abwärtsspriale der Partner, sind vom Autor gut recherchiert und erschreckend authentisch dargestellt worden.
Dabei schafft es Michael Seitz auch eine gleichbleibende Spannung aufzubauen, die mich an die Handlung und Geschichte regelrecht gefesselt hat. Mit mitreisenden Handlungsstängen, unvorhersehbaren Wendungen und einem Verwirrspiel das es in sich hatte, wusste Michael Seitz zu verwirren aber auch gleichzeitig zu fesseln. Denn Stellenweise war das Ganze so nervenaufreiben und packend für mich, das es mir schier unmöglich schien das Buch aus den Händen zu legen. 

Mit dem Krimi „der Falter“ hat Michael Seitz Im Vergleich zum ersten Band nochmals eine Schippe drauflegen können. Denn neben häuslicher Gewalt, einer Thematik sozialer Relevanz schafft er es, Spannung, nervenaufreibend und erschreckende Handlungsstränge authentisch darzustellen, dem ein Verwirrspiel und Krimifeeling der etwas anderen Art, an nichts fehlte.
Ein gelungener zweiter Fall der mich begeistert, gefesselt und von der ersten bis zur letzten Seite an mitgerissen hat.
 
 
  • Taschenbuch: 294 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (3. April 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3426216760
  • Preis: 12,99€
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Die verlorenen Kinder: Ein Wien-Krimi (FalcoBrunner, Band 1)

Erschreckend, authentisch, gerecht

„Die verlorenen Kinder“ von Michael Seitz, ist ein spannender Wiener Kriminalroman über Vergangenheit und Gerechtigkeit, in dem Falco Brunner in seinem ersten Fall ermittelt.

In Wiener Pflegeheime werden in kürzester Zeit gleich zwei Bewohner auf die gleich Weise ermordet. Eine verdächtige Person im Pflegepersonal ist schnell gefunden doch wie hängen die beiden Fälle miteinander zusammen?
Der Privatdetektiv Falco Brunner wir von der Witwe Susanne Markhof beauftragt, den Mörder ihres geliebten Mannes zu finden.
Brunner nimmt die Ermittlungen auf, die den suspendierten Polizeikommissar, tief in die erschreckende Vergangenheit Wiener Kinderheime führt. In den Mittelpunkt rücken einige Missbrauchsfälle aus den 60er Jahren unter denen bis heute noch die ehemalige Betroffen leiden.
Doch der hohe Preis der Gerechtigkeit gewinnt die Überhand.

Die Geschichte und deren Anfänge gingen mir echt unter die Haut und haben mich berührt, zutiefst erschreckt und erschüttert. Man merkt, das der Autor viel Zeit investiert hat sich mit Traumapatentien auseinanderzusetzen um eine erschreckend gerechte Geschichte, authentisch aufleben zu lassen.
Ehemalige SS-Mitglieder gliedern sich nach Kriegende in die Gesellschaft, teilweise auch in die kirchlichen Ämter ein und lassen dort ihre unfassbar dunklen Triebe aufkeimen. Erschütternd möchte man meinen, doch entspricht vieles leider der bitteren Wirklichkeit.

Die Charaktere werden gut beschrieben insbesondere Falco Brunner, der von seiner Art zwar ziemlich speziell und durch seine Krankheit zerfressen und oberflächlich wirkte, mir jedoch trotz allem sympathisch war und gut zur Geschichte gepasst hat. Etwas durcheinander bin ich mit den Figuren gegen Ende der Geschichte gekommen, da es schon sehr viele davon gab.
Die Handlung baut sich verständlich auf, die Thematik ist gut recherchiert und erschreckend aktuell und authentisch.

Durch den angenehm mitreisenden Schreibstil von Michael Seitz gelangt man flüssig durch die Kapitel die mit Wochentagen und teilweise mit Uhrzeiten versehen sind. Einen besonderen Schauder und leichte Gänsehaut, haben mir die kursivgeschriebenen Epiloge der Kinder bim lesen beschert.
Zwar ist das Ende für mich fast schon ein wenig vorhersehbar gewesen, wurde jedoch ausführlich dargestellt, das mir im Gesamten gut gefallen hat.

Der erste Fall von Falco Brunner ist spannend, mitreisend und erschreckend zugleich der mich gut unterhalten konnte.
  • Taschenbuch: 292 Seiten
  • Verlag: Knaur TB (2. Mai 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10:3426216345
  • Preis:-12,99€

Storm oder die Erfindung des Fußballs

Storm ein absoluter Volltreffer

„Storm oder die Erfindung des Fussballs“ von Jan Birck, ist ein mitreisend und spannendes Kinderbuch über Freundschaft  mit echten Wikinger, Fussballstürmer und jede menge Abenteuer.

Storm fand kein gefallen daran, früh morgens aufzustehen um mit seinem Vater und älteren Brüdern zum Fischfang zu gehen. Es machte ihn auch keinen Spass, Abends müde die Netze zu flicken oder das Boot zu reparieren. Sein Traum war es einmal ein grosser Seefahrer und Krieger zu werden.
So kam es, das Storms Eltern ihn wegen seiner Faulheit und Nutzlosigkeit in eine Klosterschule steckten, die weit oben auf einem Fels erbaut wurde.
Doch Storm gelingt es, sich davonzustehlen, mit Luzifer dem kleinen rothaarigen Hund im Gepäck. Bei seiner Flucht fällt er jedoch ausgerechnet dem haarigen Ansgar in die Hände, einem echten Wickiger, mit Zöpfen an seinem Bart.
Auf dem Drachenschiff und später im geteilten Dorf der Wickinger muss Storm jedoch erstmal beweisen was er drauf hat.
Er konnte ja zu der Zeit noch nicht ahnen, das sein Namen noch soviel mehr für ihn parat hielt, bis ihm eine Erfindung gelingt die alles Verändert.

Die Geschichte beginnt mit dem Kennenlernen von Storm dem Held und Fussballstürmer der Geschichte. Er ist ein sympathisch wilder Kerl, der einfach mehr möchte, als Angeln und Netze flicken.
Mit einer Raffinierten Idee und seinem grossen Einfallsreichtum schafft er es nicht nur die Festung der Klosterschule zu verlassen, sondern schon nach wenigen Seiten, auch die Kinderherzen zu gewinnen. Nicht nur meine Kinder, sondern auch ich als Erwachsene, die die Geschichte teilweise vorgelesen hat, konnte mit Storm und seinen wilden Abenteuern, die er auf hoher See und bei den Wickingern erlebte, richtig gebannt mitfiebern. Einmal mit dem lesen begonnen, war es schier unmöglich aufzuhören und man wollte unbedingt wissen wie es weiter geht, die erklärend, spannend und voller Abenteuer steckte.

Jan Birck hat einen tollen, mitreisenden und fliessenden Schreibstil der richtig spass gemacht hat zu lesen und uns durch Situationskomik öfters zum schmunzeln und laut Lachen gebracht hat. Er schafft es auf eine so angenehm Art und Weise soviel Witz und Humor in seine Geschichte zu bringen, das wir konstant ein Dauergrinsen auf den Lippen hatten.
Die Geschichte besteht aus 22 Kapitel, mit humorvollen Überschriften die neugierig auf den weiteren Handlungsverlauf gemacht haben. Die Handlung baut sich verständlich auf, ist Kindgerecht, Abenteuerreich die Jungs und Mädchen wenn sie es nicht schon vorher waren, zu Fussballbegeisterten Fans gemacht hat. Aber auch die sagenhaft farbenfrohen und richtig lebendig wirkenden Zeichnungen des Autors, haben uns total gut gefallen und begeistert. Oftmals haben sie ganze Buchseiten geziert, die mit soviel Liebe bis ins kleinste Details gezeichnet wurden.
Jan Birck ist das Zusammenspiel von wunderschönen Illustrationen und einem spannenden Abenteuer total gut gelungen.

Wir hatten grossen Spass beim lesen, haben gelacht und mitgefiebert und können es schon jetzt kaum erwarten den zweiten Band von Storm und Luzifer zu lesen. Ein absolut empfehlenswertes Kinderbuch, das witzig, spannend und abenteuerreich ist, das sowohl grosse als auch kleine Fussballfans begeistert.
  • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
  • Verlag: Carlsen (28. Februar 2018)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3551651256
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 6 – 10 Jahre
  • Preis: 12,99€