Das unverblümte Leben einer preisgekrönten Dokumentarfilmerin und ihr tiefer Fall

„Am Ende der Welt ist immer ein Anfang“ ist die ungekürzte Lebensbiographie der Schriftstellerin und Multifunktionsreferentin  Maria von Blumencron, die in ihrem Werk zwischen spirituellen Praktiken und mutigen Lebenserkenntnissen, auf der Suche nach Glück, ihren Befreiungsroman geschrieben hat.

Die vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmerin, Autorin, Abenteurerin und Gründerin einer Hilfsorganisation Maria von Blumencron, ist Mutter des dreizehn jährigen Johannes und sechsfache Patenmutter, Tibejanischer Jungen. Dabei wohnt die  fünfzig Jährige aus Kostengründen, zusammen mit ihrem Sohn und Exmann in einer Wohngemeinschaft und sitzt auf einem riesen grossen Berg, voll Steuerschulden. Mit dem Medienanwalt und aktuellen Partner Rocco, führt sie eine glamouröse und einengende Fernbeziehung, und pendelt dabei Wöchentlich von Köln nach Hamburg um ihm, ihre Familiensituation zu verheimlichen.
Frede, ihr solider Steuerberater, hilft ihr in allen Geld, Steuer und Buchhalterischen Dingen, damit Maria bei all ihrem Chaos und Luxusausausgaben nicht vollkommen den Überblick verliert. Doch all das kann sie nicht retten, denn sie scheint Familiär, wirtschaftlich und beruflich am Tiefpunkt ihres Lebens angekommen zu sein. Sie beschliesst ihre Lebensversicherung und das letzte Hab und Gut, das sie besitzt zu verkaufen, um als angeschlagene Abenteurerin eine fünfmonatige Reise nach Indien anzutreten. Dort hofft sie, neben Erleuchteten, Heilern und Normaden ihr Glück und beruflichen Erfolg wieder zu finden.

Das Hörbuch wird von der Autorin Maria von Blumencron selbst gesprochen das auf mich verträumt, romantisch und manchmal einen leicht naiv kindlichen Touch hatte. Dabei herrscht von Anfang an eine angenehme Nähe, zwischen Autorin und dem Zuhörer, durch Marias Offenheit und hohe Authentizität. Sie beschreibt unverblümt, berührend und stellenweise auch amüsant ihr Leben und ihre Fehler. Dabei ist Maria, eine Frau mit Ecken und Kanten, voller Chaos, die Rastlos nirgends so richtig angekommen zu sein scheint.
Hautnah erlebt man ihre Fehltritte, wie sie verträumt weiter versucht nach dem positiven zu greifen, sich damit jedoch nur weiter in den tiefen Sumpf zieht.
Leider verliert sich Maria während ihrem Roadmovie für meinen Geschmack einfach zu oft in Einzelheiten und Erinnerungen an ihre Kindheit und Jugend, die begleitet durch ihre Wolken Oma sind. Ihre chaotische, ruhelose und irgendwie hektisch wirkende Art, haben es mir nicht leicht gemacht, mich mit ihrem Charakter identifizieren zu können. Daher hatte ich stellenweise grosse Mühe, ihrer Geschichte und Lebenserkenntnis zu folgen.
Sie springt zwischen den Zeiten, schwelgt in Erinnerungen und lässt den Leser an sovielen Erfahrungen teilhaben, das ich grosse Mühe hatte alles aufnehmen und verarbeiten zu können.
Auf ihrer Reise nach Indien hatte ich auf eine fülle an Umgebungs- und Lebenseindrücke gehofft, stattdessen war es eine Reise voller spiritueller Verbindungen und Praktiken, gefolgt von Trandra und Yoga das für mich irgendwie ermüdend und ernüchtern war.

Und doch gab es auch eine Vielzahl an interessanten Weisheiten, Begegnungen und Lesungen die ich als Lesen mit Spannung verfolgt habe. Private, berufliche und Irrwege ziehen sich durch Marias Lebensgeschichte hindurch, sodass sie fast blind der Prophezeiung  eines Palmblatts vertraut. Weiter lässt sie sich ihren Lebensbaum zeichnen und gleicht ihre neuen Lebenspartner mit diesen ab. Mit ihrer naiven Art, lässt sie sich fallen und fliesst mit dem Strom und findet doch immer wieder einen Weg sich auf ihre Füsse zu stellen.
Maria  ist mir während dem zuhören sehr ans Herz gewachsen sodass es mir schon fast leid tut, solch konstruktive Kritik an ihrem Roadmovie und Lebensbiographie zu erheben.

Doch Marias Geschichte ist mit dem Hörbuch noch nicht zu Ende, und so darf man hoffen, das sie mit ihrem Verlobten ihr Glück und ihren Platz im Leben gefunden hat, und von nun an nicht mehr als Rastlose herumirren muss.

Das (Hör)Buch und die unverblümte offene Lebensgeschichte von Maria von Blumencron ist nicht immer leicht zu verdauen, oftmals aussergewöhnlich und mit vielen spirituellen Praktiken versehen. Dabei verliert sie sich in Einzelheiten, schwelgt in Erinnerungen, die durch den naiv romantisch und leicht verträumten Erzählstil der Autorin verdeutlicht wird. Ein Roadmovie der bewegt, mich jedoch leider in der Tiefe nicht berühren konnte.

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Auf der Suche nach dem Glück

Der Roman „Licht hinterm Horizont“, stammt aus der „Die starke-Frauen-Reihe, und beschreibt ein emotionale und schonungslose Geschichte einer Frau, deren Ehe am Ende ist, und sie sich auf die Suche nach Selbstfindung, Leidenschaft und Anerkennung begibt, geschrieben von Frederika Mai.

Freia Meinert ist in ihrem Job als Anwältin erfolgreich, hat zwei aufgeweckte, liebe Mädchen, und hat sich mittlerweile mit der Einsamkeit in ihrer Ehe mit Jakob abgefunden. In der grossen Hoffnung, ihren Kindern den bestmöglichen Rahmen für ein geordnetes Familienleben zu bieten, wohnt sie mit ihrem Noch-Ehemann unter einem Dach und führt mit ihm eine Art Durchhalte-Ehe. Sie fühlt sich jedoch nach vielen Jahren des Schmerzes voller Sehnsüchte nach Zuneigung, einsam und kapituliert, da sie es alle die Jahre nicht geschafft hatte, für ihren Mann eine begehrenswerte Frau zu sein.

Ein erotischer Traum mit Raul, einer längst vergangenen Beziehung, lässt sie jedoch in eine Schattenwelt voller Begierde, Ekstase und Lust eintauchen, die ihr all die Jahre in ihrer Ehe verwehrt gewesen waren. Es war schon Jahre her, das Freia Kontakt zu Raul hatte, und doch beschliesst sie ihm von ihrem Leidenschaftlichen Traum zu erzählen.

Ihr Traum wird zur Wirklichkeit, und es folgt ein leidenschaftliches Treffen mit Raul voller Lust und Begierde, bis ein unachtsamer Moment alles aufdeckt und Jakob hinter ihr kleines Geheimnis kommt. Beziehungs und Verlustängste beschleichen Jakob, seine Männnlichkeit ist verletzt und die Kinder sitzen mitten im Gefecht der streitenden Eltern.
In einem Datingportal lernt Freia den Wort und schreibgewandten Dix kennen, der sie durch seine gefühlvolle, offene und freundliche fasziniert und ihre Neugierde weckt. Sie verliebt sich in ihn, und ihre Welt gerät nun endgültig aus den Fugen. Eine Suche der Selbstfindung und des Glücks beginnt für Freia.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr sinnlich und fesselnd, der mich als Leser in die gefühlsarme Welt Freias, voller Sehnsüchte nach Geborgenheit, Leidenschaft und Liebe, mitgenommen hat. Ihre Unzufriedenheit, Emotionen und Selbstzweifel die sie all die Jahre mit sich herumgetragen hat sind spürbar und begleiten den Leser bis ans Ende der Geschichte. Dabei wirkt Freia manchmal so verunsichert und eingeschüchtert das man ihr Handeln so gar nicht nachvollziehen kann.
Sehr auflockernd und speziell anders, fand ich hingegen die Emails und die versteckten Gefühle die dadurch entfacht wurden. Wobei sich Freia fast schon etwas zu naiv in ihre Beziehung gestürzt hat und plötzlich ihre Eifersüchtige Seite in ihr entdeckt hat.
Leider war mir das unvorhersehbare Ende zu oberflächlich sodass mir ein wenig der pfiff zur schonungslosen und emotionalen Geschichte gefehlt hat.

Der Roman beschreibt eine emotionale und schonungslose Geschichte über die Suche nach dem persönlichen Glück, der mich unterhalten hat jedoch nicht vollkommen mitgerissen hat.

Kniffliger und spannender 3ter Fall der Thabo Krimi-Reihe

Der spannende und knifflige Jugendkrimi, „Thabo – Der Rinder-Dieb“, ist der 3te Band der Krimi-Reihe in dem Thabo der Meisterdetektiv und Gentleman, zusammen mit seinen beiden Freunden Emma und Sifiso einem neuen und aussergewöhnlichen Fall nachgehen, geschrieben von Kisten Boie.

Thabo der afrikanische Junge der über sein Alter schweigt, ganz wie ein wahrer Gentleman hilft neben seinem ausgeprägten Spürsinn als Detektiv, seinem Onkel Vusi Shongwe bei seinen Safaritouren. Denn dieser ist Besitzer der Range Lion Park und führt gerade zusammen mit Thabo wieder eine Gruppe Touristen durch die Safari, als Thabo eine Nachricht auf sein Display erhält.
Sie ist von Emma seiner Freundin aus England, die nur über die Sommermonate in Hlatikulu zu Besuch ist. Die Nachricht lässt ihn aufschrecken, und am liebsten möchte Thabo die Safaritour sofort abbrechen. Ob Emma etwas zugestossen war, oder hatten sie womöglich wieder einen neuen Fall, der ihren Spür- und Detektivsinn verlangte?

Tatsächlich geschehen seltsame Dinge in Hlatikulu.
Zuerst brennt eine kleine Hütte in der Nähe der Lion Lodge nieder und dann verschwindet auch noch eine ganze Herde Rinder unter mysteriösen Umständen.
Dabei gerät der junge Police Constable Sipho Godbless als erster, unter Tatverdacht. Denn er hatte sogar vor Thabo und Emma, von seinem super Deal mit den schönen Rindern geprahlt. Doch so recht können die selbsternannten Detektive es nicht glauben, das Sipho Godbless wegen der Lobola für seine Verlobte, auch eine Kriminelle Tat begehen würde.
Kurze Zeit später, wird auch noch Miss Agatha die Tante von Emma vermisst und die Freunde Emma, Sifiso und Thabo begeben sich auf Spurensuche und heften sich an die Fersen der Rinderdiebe.
Dabei hätten sie nicht gedacht, das ihr neuer Fall so ausserordentlich gefährlich und knifflig werden würde. Ob sie es dennoch schaffen,  Miss Agatha aus den Fängen ihres Entführers zu befreien?

Erzählt wird die Geschichte, aus der Sichtweise von Thabo dem Meisterdetektiv persönlich. Dabei sticht besonders  seine sehr höfliche und zuvorkommende Art hervor, ganz wie ein echter Gentleman zu sagen pflegt. Seine Formulierungen und Worte sind sehr flüssig, wohl durchdacht und sehr angenehm zu lesen, sodass ich der Entwicklung der Geschichte und der jungen Detektive gerne gefolgt bin.
Mit seinem schönen und bildhaften Beschreibungen, Landschaften, Menschen und Gepflogenheiten Afrikas, hat es die Autorin geschafft, mich in die Welt voller Muti, Lobola und Blockhütten eintauchen zu lassen. Dabei habe ich beim Auflösen des Falls, regelrecht mitgefiebert, bin mit den Freunden im Jeep durch die Sanddühnen gefahren und habe mich schon fast selbst wie ein Detektiv auf Spurensuche gefühlt. Denn der Leser wird beim auflösen des Falls regelrecht mit einbezogen, sodass es richtig Spass gemacht hat, den Fall mit den Freunden gemeinsam zu lösen.

Immer wieder, bin ich beim lesen auf schwierige Afrikanische Wörter und Sätze gestossen, die jedoch als Glossar ganz am Schluss des Buches erklärt und übersetzt werden. Obwohl ich einige der Wörter nachschlagen musste, um die Bedeutung zu erfahren, war es für mich nicht störend, sondern hat gut gepasst und das Buch interessant und pfiffig gemacht.

Ganz im Stil von Miss Marple, die das grosse Vorbild von Thabo ist, verläuft auch die Aufklärung des Falls. Denn schon auf der ersten Seite wird es spannend und man wird als Leser gepackt und von der Geschichte mitgerissen. Die Spannung zieht sich konstant durch die Geschichte hindurch, und kann zum Ende und Auflösen des Falls sogar nochmals gesteigert werden.
Obwohl ich erst mit dem dritten Fall in die Krimi-Reihe von Thabo eingestiegen bin, habe ich zum Inhalt der vorherigen und abgeschlossenen Fällen und Bänder nichts vermisst. Denn jedes der Bänder ist in sich geschlossen und kann vollkommen unabhängig voneinander gelesen werden.
Überzeugt und beeindruckt, hat mich Thabo, durch seine pfiffige und zuvorkommende Art als Detektiv und Gentleman sodas ich auch die vorherigen Fälle gerne kennen lernen und lesen werde.

Denn der Jugendkrimi ist sehr unterhaltsam, spannend und knifflig und wird durch den tollen Erzählstil zum wahren Leseerlebnis für Jung und Alt.

Stürmisch und märchenhafte Liebesgeschichte

Der Fantasy-Roman „Die Liebe des Sturmwindes“, beschreibt eine märchenhafte und stürmische Liebe, die unmöglich erscheint, geschrieben von Karolyne Stopper.

Alix entstammt aus einer stolzen Familie, und bemühte sich, dies auch zu Leben. Mit ihrer älteren Schwester Isabella und ihren Eltern lebt sie auf der kleinen Burg Thurensburg im angrenzenden Auenwald.

Nach einem Ausritt zur alten Ruine, macht Alix eine schicksalhafte Begegnung die ihr ganzes Leben im wahrsten Sinne des Wortes durcheinander wirbelt. Ihr Vater war nach einer falschen Beschuldigung des Herzogs, in Ungnade gefallen, sodass ihre Familie nicht mehr viel besass auf das sie hätten stolz sein können. Sie führen ein Leben fernab vom Glanz des Hofes. Doch plötzlich geschehen magische und geheimnisvolle Dinge um sie herum, die Alix nicht erklären kann. Und ehe sie sich versieht, schlägt ihr Herz für zwei Männer die nicht unterschiedlicher hätten sein können. Auch der Sohn des Herzogs hält um die Hand von Alix an, doch eher unglücklich und nur um die Ehre der Familie zu wahren beugt sie sich ihrem Schicksal. Wird sie von der stürmischen Liebe die unmöglich erscheint davon getragen oder hat das Schicksal bereits für sie entschieden?

Alix ist jung, rebellisch und möchte am liebsten die Ehre ihrer Familie wie ein Ritter umkämpfen. Ihre mutige Art, hat sie jedoch einige male in prekäre Situationen gebracht, aus der sie jedes mal gerettet werden musste. Doch sie ist noch sehr jung und in der Liebe sehr unerfahren daher verliebt sie sich gleich zweimal in die Augen der hübschen Brüder. Dabei ist ihre Art sehr sprunghaft, mal empfindet sie Liebe mal einfach nur Abneigung und möchte plötzlich von beiden nichts mehr wissen. So war es nicht immer einfach nachzuvollziehen warum sie sich nicht einfach hingeben kann und eher ein kindliches Verhalten vorzieht. Das Ende war fast schon vorhersehbar und doch irgendwie verzaubernd.

Die Autorin hat mich mit ihrem einfachen und doch angenehm verspielten Schreibstil verzaubert und mit in eine Welt voller Elfen, Ritter und Burgen genommen. Durch ihre Beschreibungen ist es mir gelungen mir bildhaft die Umgebung und Alixs Welt vorzustellen und in diese einzutauchen. Auch die Handlung wird verständlich und doch fantasiereich durch die vier stürmischen Sturmbrüder erzählt. Immer wieder hat mich eine regelrechte Sturmböe erwischt, die mich flüssig durch die Geschichte gezogen hat. Viele Handlungen sind sehr fantasiereich aber auch sehr liebevoll beschrieben, sodass man der Entwicklung der Liebe, die unmöglich erscheint, immer weiter folgen wollte.

Ich bin eigentlich kein grosser Fan von Fantasy-Romanen, doch „Die Liebe des Sturmwindes“ hat mich verzaubert und in eine stürmische und magischen Welt mitgenommen. Ein märchenhafter Roman der mich unterhalten und mir nette Lesestunden bereitet hat.

Die faszinierende und aussergewöhnliche Geschichte der Neshows

Der Roman „Sonntags in Trondheim“, ist der 4te Band, der „die Lügenhaus-Serie“ und erzählt die ungewöhnliche Geschichte der Familie Neshows, bei denen sich an einem Sonntagmorgen eine erstaunliche familiäre Entwicklung in Gang setzt, geschrieben von Anne B. Ragde.

Es ist die Geschichte zweier Brüder, einer Nichte und dem Alten Neshow, die sich auseinandergelebt haben und inzwischen weit verstreut voneinander wohnen. Nur noch der mittlerweile heruntergekommene und verlassene Schweinezüchterhof erinnert an die Gemeinsame Zeit der Familie Neshows.
Der einst florierende Schweinezüchterhof in Trondheim wird vom Bestattungsunternehmer Margido inzwischen nur noch als Sarglager genutzt. Mit äusserster religiöser Hingabe, widmet er sich seinem Bestattungsunternehmen und tröstet sich mit Saunabesuchen über seine Personalprobleme hinweg.

Sein exzentrischer und schwuler Bruder Erlend, ist Schaufensterdekorateur, und wohnt glücklich verheiratet mit seinem übergewichtigen Lebensgefährten Kumme in Kopenhagen. Dieser erleidet einen Herzinfarkt, und Erlend gerät ins Grübeln wie er mit seine drei Kinder die sie mit einem lesbischen Paar haben zurecht kommen soll.
Sein anderer Bruder war verstorben und der Alte geniest seinen Ruhestand und letzten Tage, mit lesen von Kriegsbüchern im Heim.
Margidos Nichte Torunn jedoch, vergeudet ihre Zeit mit einem Mann, der Schlittenhunde züchtet, sie betrügt und sie schon länger nicht mehr glücklich macht. Sie beschliesst ihn zu Verlassen und macht sich an einem Sonntagmorgen auf den Weg nach Trondheim. Sie ahnt nicht, das sie mit ihrem unerwarteten Besuch bei Margido, eine ganz erstaunliche familiäre Entwicklungen in Gang setzt, die alles Verändert.

Die Geschichte beginnt mit dem Alten, der sein Dasein und Ruhestand mit lesen von Kriegsbüchern in einem Altersheim geniest. Nach und nach lernt man auch die anderen außergewöhnlichen, speziellen und in ihrem Wesen sehr unterschiedlichen Charaktere und Familienmitglieder der Familie Neshows kennen, die einen in ihren Bann ziehen und mit ins dunkel Norwegen nehmen.
Durch den angenehmen und tollen Schreibstil der Autorin, durchlebt und leidet man regelrecht mit der ungewöhnlichen Familie, und gelangt sehr flüssig durch die Geschichte. Dabei herscht konstant eine gleichbleibende Spannung die sich durch die Geschichte hindurchzieht und mich immer weiter in die Familiengeschichte und deren Entwicklung eintauchen hat lassen.

Zwar habe ich die ersten Bänder der Lügenhaus-Serie nicht gelesen und bin quasi erst mit dem letzten Band in die Familiengeschichte der Neshows eingestiegen, doch hat mir zum Inhalt und Entwicklung den vorherigen Bänder nichts gefehlt. Denn jedes der Bänder ist in sich geschlossen und kann unabhängig voneinander gelesen werden.

Mit einem nüchternen und unglaublichen Witz fängt die Autorin das Leben ein und erschafft dadurch einen aussergewöhnliche Familiengeschichte die viele Fragen aufwirft. Blut ist einfach immer noch dicker als Wasser.
Ein faszinierender Roman, spannend und angenehm mitreisend geschrieben.

 

Rätselhaft magischer Auftritt des grossen Santinis

Die Kurzgeschichte „Der grosse Santini“ ist eine spannende und rätselhaft magische Geschichte des grossen Zauberkünstlers Santini, der ein letztes Mal sein Publikum mit seiner Zauberkunst überrascht und damit seinen Ruhestand zu sicher, geschrieben von Bettina Wagner.

Santini, war einst ein angesehener und grosser Zauberkünstler, der jedoch seine besten Tage als grosser Künstler bereits hinter sich hat. Nun ist er Alt und fristet sein armseliges Dasein in einem heruntergekommenen Varieté.
Noch einletztes Mal möchte er es allen beweisen und sein Publikum mit einem grossen Zaubertrick begeistern und überraschen.

Seine grosse Chance, auch gleichzeitig seinen Ruhestand zu sichern, sieht Santini gekommen, als er eine wichtige Rolle in einem Banküberfall spielen soll. Doch seine Assistentin bekommt per Zufall seinen Pläne mit. Wird es der alte Santini schaffen, das man noch nach Jahren von ihm als grossen Zauberkünstlers spricht?

Die Autorin Bettina Wagner, schafft es mit ihrem angenehmen Schreibstil, der aus der Sicht der Assistent geschrieben ist zu begeistern. Die Idee des grossen Zauberkünstlers, der bei einem Banküberfall seinem letzten Auftritt und gleichzeitig seinen Ruhestand sichert, ist knifflig und spannend. Doch vermutlich nicht nur seine Assistentin, das Publikum und ich als Leser waren über das Ende und Santinis, magischen letzten Auftritt überrascht.
Zwar wird Santinis Zaubertrick nicht aufgelöst und der Ausgang der Geschichte bleibt rätselhaft, das dem Leser jedoch viel Raum für sein ganz eigenes Ende und Ideen bietet.

Die Kurzgeschichte ist ein netter Snack für zwischendurch, die mit einem angenehmen Erzählstil einer spannenden Geschichte und einem rätselhaft magischen Ende überrascht.

Das ungelöste Rätsel der Rabenschlucht

Der Thriller „Kein guter Ort“, ist der 3te Band der Arne Eriksen Reihe, in dem der Psychologe auf eigene Faust im verlassenen Hotel Rabenschlucht ermittelt, um das ungelöste Rätsel der mysteriösen Morde aufzuklären, geschrieben von Berhard Stäber.

Nach seinem letzten Fall, hat es den halben Nordmann
Arne Eriksen, von Berlin ins abgelegene Kviteseid nach Norwegen gezogen. Es war eher eine Flucht, ein Weglaufen vor diesem für ihn so dramatischen Ereignis.
Im vergangenen Sommer hat er dann eine Anstellung als Psychologe, in der psychiatrischen Klinik der Kleinstadt Seljord gefunden.
Ursprünglich war er nach Norwegen gekommen, um etwas Abstand von seiner Arbeit in Berlin zu bekommen. Doch Arne macht sich immer mehr mit dem ihm unbekannten Land vertraut, stellt sich seinen Ängsten und hat immer weniger Panikattaken die ihn Aufsuchen. Bis er von den mysteriösen Morden im Hotel Rabenschlucht erfährt, die ihn faszinieren und sehr anziehen.

Es ist nun 10 Jahre her, als im Hotel Rabenschlucht ein junges Mädchen und ihr Vater zu Tode gekommen sind. Ihre jüngere Schwester Valerie musste dabei zusehen, wie ein Maskierter Mann diese grauenvolle Tat begann. Doch nicht erst seit diesem Tat gilt die Rabenschlucht als ein Ort, an dem seit jeher schlimme Dinge geschehen. Man sagt, es gibt Orte von denen negative Energien ausgehen, so auch die Rabenschlucht.
Auch die Dorfbewohner wissen viel über die Rabenschlucht zu erzählen und meiden den Ort.

Nachdem Janne, die Tochter des Hauptkommissars mit Drogen verwickelt wird, soll der Psychologe Arne sie wieder auf den richtigen Weg bringen. Kommissarin Kari Bermann, ist gar nicht erfreut die verwöhnte Tochter nach Norwegen zu fahren, nutzt jedoch die Gelegenheit um ihren Kollegen und Freund Arne wieder zu treffen.
Doch die Vergangenheit holt sie wieder ein, und auch Arne lässt der Ort und die Geschehnisse nicht los und so stellt er auf eigene Faust Nachforschungen zum tragischen Tod des jungen Mädchens an.
Dabei lässt er sich immer mehr von seiner Intuition leiten,und kommt damit dem Täter so nah, dass er selbst in tödliche Gefahr gerät.

Obwohl es der dritte Band der Arne Eriksen Serie ist, und ich die vorherigen Bänder nicht gelesen habe, konnte ich mich recht schnell und gut in die Geschichte hineinversetzten. Denn jeder Band ist in sich geschlossen und kann unabhängig zu der Reihe gelesen werden. Spannend wird es gleich zu Beginn, indem Kari Bergmann die Freundin und Kollegin von Arne Eriksen in einen Fall verwickelt wird und ermittelt. Nicht ganz klar war mir der Zusammenhang zwischen der Kommissarin Kari Bergmann und dem Psychologen Arne Eriksen, der im Verlauf der Geschichte auf eigene Faust anfängt zu ermitteln, das sich jedoch zu Ende der Story auflöst. Leider lernt man auch die Charaktere nur Oberflächlich kennen wodurch es mir am Anfang recht schwer gefallen ist, mich in die Figuren hineinversetzen zu können.
Sehr angenehm und toll hingegen ist der Schreibstil des Autors. Denn dieser ist so flüssig und mitreisend geschrieben, das man dem Verlauf der Geschichte mit Spannung entgegenfiebert. Zwar konnte ich mich wegen der angekratzten Beschreibungen nicht immer Bildhaft in das Geschehen hineinversetzten, wurde jedoch durch die fliessenden Formulierungen in deren Bann um den mysteriösen Mord der Rabenschlucht gezogen.

Kein guter Ort ist ein spannender und unterhaltsamer Norwegenthriller, der besonders durch seinen atmosphärischen Erzählstil begeistert und mitreist. Um den 3ten Band zu lesen, muss man nicht zwingend die vorherigen Bänder der Serie gelesen haben um die Geschichte zu verstehen, persönlich mag ich es jedoch lieber, wenn ich die Entwicklung der Charaktere mitverfolgen kann.

Die Liebe des Lebens per Flirtportal finde, oberflächlich und kurzweilig

Der Liebesroman „Millionaire Wanted – Mitten in dein Herz“, beschreibt das Leben des erfolgreichsten Dating-Portalbesitzer Conor Viking, dem seine Glaubwürdigkeit durch seine ständigen Eskapaden infrage gestellt wird, geschrieben von Charlotte Tendon.

Der gut aussehende Conor Viking, und Gründer des erfolgreichsten Dating-Portals der Welt, hat bisher in seinem jungen Leben schon einiges erreicht. Er ist Millionär, wird von den schönsten Frauen umschwärmt, und hat bisher sein Liebesleben nicht verstecken müssen. Doch auf die Liebe hat er bisher keinen grossen Wert gelegt.

Mit seinem Datingportal Loveclick, setzt er der Welt und seinen zahlreichen Usern eine rosarote Brille. Dabei droht er mit seinem unzähligen Frauengeschichten, seinen Ruf und das Love-Imperium zu zerstören. Denn seine Eskapaden sind vermehrt grosses Thema in den bekanntesten Boulevardmagazinen, wobei sich die Journalisten um ihn und seine Storys regelrecht reissen.
Dies gefällt seiner angagierten und zielsrebigen Pressesprecherin Ramona so ganz und gar nicht.
Daher ist es an der Zeit, eine plausieble und schnelle Klarstellung für sein Problem zu finden. Sie sieht als einzige Lösung für ihn, das sich der Frauneschwarm Conor selbst, in seinem Flirtportal anmeldet und sich auf die grosse Suche nach der Liebe seines Leben, begibt.

Nur wiederwillig spielt Conor das Spiel um seiner selbst mit, obgleich er genau weiss, das er kein Interesse an den Frauen und einer festen Bindung hat. Bis der Womanizer auf die junge Ella Barnett trifft. Einziges Manko, die hinreisende Ella arbeitet für das von ihm so verhasste Boulevardmagazin Secret als Journalistin. Dabei verfolgt sie längst ihren eigenen Plan um den Womanizer zu entlarven.

Durch den jugendlich und angenehmen Schreibstil der Autorin, gelangt man sehr zügig und fliessend durch die wenigen Seiten des Liebesromans. Auch der Einstieg in die Geschichte und die Handlung war für mir verständlich dargestellt. Und doch hat es mir an Emotionen und aufkommende Gefühle gefehlt, die nur angekratzt und zu wenig beschrieben wurden. Auch die Charaktere Ella und Conor wurden für meinen Geschmack zu oberflächlich beschrieben, sodass man sich nicht richtig in sie hineinversetzten und eine Bindung und Sympathie für sie empfinden konnte. So wird der Womanizer Conor plötzlich vom Frauenmagnet zum Familienvater. Hierzu waren mir die aufkommenden Gefühle zu wenig aufgeführt und beschrieben und die Sprünge, einfach zu gross die mich nicht mitreisen und für die Geschichte begeistern konnten.

Zwar hat die Story des Millionär und Frauenschwarm Conor, durchaus Potential und ist toll für eine Serie, doch wurde sie zu kurz angebunden aufgeführt, umfasst zu wenig Seiten, und lässt zu wenig Gefühle und Emotionen für einen Liebesroman aufkommen, sodass mir beim lesen etwas gefehlt hat.
Millionaire Wanted, ist ein Liebesroman, von dem ich mehr erwartet hätte. Ein Roman den man zwischendurch lesen kann mit jedoch leider nicht mitreisen und für sich begeistern konnte.

Spannender Kurzkrimi

„Requiem“, ist die Kurzgeschichte zum Buch Remexan, in dem der Sohn des arabischen Despoten in der Schweiz entführt wird und Kommissar Erik Lindberg ermittelt, geschrieben von Thomas Kowa.

Der kleine vierjährige Juris, ist der Sohne eines arabischen Despoten und liebt nichts mehr als den Wald und sein altes und klappriges rotes Dreirad aus Metall. Doch sein Vater verbietet es ihm alleine in den Wald zu fahren. Und da die Wachleute seines Vaters wieder einmal mehr Augen für die Dienstmädchen der Familie haben, schafft es Juris ganz unbemerkt in den Wald. Doch diesmal wird der Sohn des arabischen Despoten entführt und nur sein rotes klappriges Dreirad bleibt mit Blutspuren des gesuchten Serienmörders Oliver Braun zurück.

Es ist der einzige offener Fall, den die Bundespolizistin Carla Frey nicht auflösen konnte und vor ihrer Pensionierung hinterlässt.
Der gesuchte Oliver Braun, galt seit vielen Jahren als untergetaucht und die einzige Person, die mehr weiss als sie Preisgibt, ist seine altersschwache Mutter. Diese schweigt jedoch über den Verbleib ihres einzigen Sohnes und tut alles um ihn zu schützten.

Der Schreibstil des Autors ist unverkennbar, angenehm und spannend, sodass sich der Kurzkrimi flott und fliessend liest. Auch die Handlung ist verständliche aufgebaut und alle nötigen Hinweise sind vorhanden, das es mir sehr leicht gefallen ist, gut in die Geschichte hinein zu finden. Dabei schafft es Thomas Kowa, trotz der wenigen Seiten seines Kurzkrimis, eine ausreichende Spannung zu erzeugen, die den Leser mitreist und den Fall spannend verfolgen lässt. Zwar konnte ich eigene Vermutungen eines möglichen Täters anstellen, doch lag ich bis zum Schluss komplett falsch.

„Requiem“, ist ein spannender Kurzkrimi der mir sehr gut gefallen hat und eine toll geschriebener Booksnack für zwischendurch ist.

Der Japanische Inspektor Takeda ermittelt in seinem zweiten Fall

„Inspektor Takeda und der leise Tod“, ist der zweite Band der Inspektor Takeda Krimireihe, in dem Claudia Harms, gemeinsam mit dem Japanischen Inspektor Takeda im Mordfall eines gefeierten Stars der Internetszene ermittelt, geschrieben von Henrik Siebold.

Claudia Harms, ist die Leitende Kriminalhauptkommissarin des Hamburger Dezinats und Kollegin des Japanischen Kommissars Kenjiro Takeda. Dieser ist eigentlich Inspektor der Mordkommission in Tokio und durch ein Austauschprogramm nach Hamburg stationiert worden. Gerade ist er noch dabei mit dem Hamburger Wetter und den deutschen Gepflogenheiten zurechtzukommen, schon steckt er mitten in einem Mordfall.

Markus Sassnitz, ein Star der Internetszene ist Tod aufgefunden worden. Doch dieser wurde nicht nur überfahren und im Anschluss seiner Kleider entledigt, sondern auch noch mit diesen erstickt.
Offenbar hatte der gefeierte Star der Internetszene neben seinen Fans, auch eine menge an Feinden. Dabei geraten sofort einige Verdächtige ins Visier des Ermittlerteams, unter anderem auch die Ehefrau Sassnitz. Genau wie Takeda hat sie eine Vorliebe für Japanische Kunst . Dabei übt die europäische Frau auf den japanischen Ermittler Takeda eine äusserst anziehende und besondere Faszination aus.

Der vorherige Fall des vom Balkon geworfenen Pascals scheint viel zu schell vom Inspektorteam Harms und Takeda abgeschlossen worden zu sein. Plötzlich erinnert sich der Hauptverdächtige an ein wichtiges Detail, das den Fall Markus Sassnitz in ein neues Licht wirft und das Ermittlerteam an den Anfang ihren Ermittlungen wirft.

Kennen gelernt habe ich den amerikanischen Jazz und Wiskyliebenden Takeda erst in seinem zweiten Fall, in dem er im Mordfall des Internetstars Markus Sassnitz ermittelt. Und doch habe ich gut in den Fall einsteigen können ohne aus dem vorherigen Fall etwas zu vermissen. Denn die jeweiligen Fälle der Krimireihe, in denen der japanische Inspektor Takeda ermittelt, können unabhängig voneinander gelesen werden und sind in sich geschlossen. Takeda der eine ganz eigene Methode entwickelt hat zu ermittelt, stösst bei seiner Kollegin Claudia Harms allerdings an ihre Grenzen. Neben Jazz und Teezeremonien, gibt sich der Inspektor auch einigen Alkoholexszessen hin, und doch ist er genau wie seine deutsche Kollegin Claudia Harms ein hervorragender Ermittler. Dabei erwartet den Leser neben dem richtigen Teekochen auch ein wenig japanische Kultur und Einblicke in das Japanische Eheleben des Inspektors. Nicht ganz so ausgiebig wird das Privatleben der deutschen Ermittlerin Claudia Harms beschrieben, das eher nur oberflächlich angekratzt wird.

 

Der angenehme und flüssige Schreibstil des Autors und der Einsteig in den ersten Fall des Ermittlerteams hat mir gut gefallen. Doch so schnell wie sie den Fall gelöst haben, so rasch flacht auch die Spannung wieder ab, das ich etwas schade fand. Zwar kommt immer wieder eine mitreisende Spannung auf, doch zieht sich diese nicht konstant durch die Geschichte hindurch. Interessant waren jedoch die kulturellen Einblicke Japans die Takeda immer wieder durchblicken lies. Hat sich jedoch einmal eine Spannung aufgebaut, so konnte man regelrecht in den Fall eintauchen und sich von dem fliessendem Schreibstil treiben lassen, sodass die Seiten nur so verflogen sind. Erotische Liebschaften und eine angenehme Portion Humor runden den Kriminalroman ab.

Der zweite Fall des japanischen Inspektors Takeda der neben seiner Leidenschaft für Whisky, amerikanischen Jazz und Teezeremonien auch im Ermitteln überzeugen konnte, hat mir bis auf die immer wieder abflachende Spannung gut gefallen. Bleibt nun zu Hoffen, das sich der Japaner schnell an den Wetterumschwung und die deutschen Umgangsformen gewöhnt, sodass er bald wieder in der Hamburger Szene ermittelt.